September 2003

September 2003

Coburg. 66 Tonnen Hilfsgüter, gespendet von Familien aus den Landkreisen Coburg, Sonneberg, Kronach und Lichtenfels, brachte der deutsch-rumänische Hilfsverein Gerrom vor kurzem mit drei Lastwagen nach Rumänien. Gerrom wurde vor drei Jahren von engagierten Jugendlichen gegründet und wird heute von vielen Persönlichkeiten, darunter Staatsministerin a.D. Barbara Stamm, unterstützt.

Gerrom betreut in Rumänien über 300 Familien und vermittelt deutsche Patenschaften für sie. Jeden Samstag treffen sich die Mitglieder, um die Sachspenden zu sortieren und zu verpacken.

Vor der Abfahrt in Haarbrücken überreichte Stadträtin Elke Protzmann aus Neustadt bei Coburg den sechs mitfahrenden Helfern unter der Führung von Gerrom-Vorsitzender Silke Wagner Benzingeld. Ein besonderes Dankeschön vor Reiseantritt galt der Bürgermeisterin von Sonneberg, Frau Abel, die dem Verein unbürokratisch einen Bus für die Fahrt nach Rumänien zur Verfügung stellte.
Als ein gutes Omen für die Fahrt wertete Silke Wagner den Anruf einer Frau, die eine rumänische Familie als Patin unterstützen möchte.

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27 Stunden waren die Helfer aus Oberfranken diesmal unterwegs. Ihr Ziel hieß erneut Birlad, eine Stadt im Nord-Osten Rumäniens an der moldawischen Grenze. Zwei der drei Lastwagen konnten die Deutschen im dortigen Kirchengemeindehaus abladen. Diese Sach- und Kleiderspenden waren für Familien bestimmt. Eine örtliche Schule konnte sich über Tische und Stühle freuen. Die rumänischen Zollbeamten ließen die Helfer bis zur Abfertigung fast einen halben Tag lang warten. Rumänische Freunde – für Gerrom war es der dritte Hilfstransport nach Birlad – halfen schließlich beim Abladen.

Die rumänischen Familien, für die die Lieferung bestimmt war, hatten die deutschen Paten in Briefen vorher informiert. Viele reisten nach Birlad, manche zu Fuß oder im Pferdewagen, um die Hilfsgüter in Empfang zu nehmen.

Silke Wagner und ihr Team konnten mit jeder Familie ein kurzes Gespräch führen und sich einen Überblick über ihre Situation verschaffen. Große Not herrscht derzeit auf dem Land, die Armut in der Umgebung von Birlad habe sich nicht geändert. „Viele Schwerkranke erhoffen sich Hilfe von uns“, so die Gerrom-Vorsitzende. Da die Familien kein Geld für eine ärztliche Versorgung habe, blieben oft Asthma, Herzfehler oder Krebs unbehandelt.

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Die rumänischen Gerrom-Familien freuten sich in diesem Jahr besonders über die mitgebrachten Fahrräder, Betten, warme Wäsche und Matrazen. Für die Gärten hatte das Gerrom-Team verschiedene Sämereien dabei, die ebenfalls verteilt wurden.

Bei der Verteilung kam es zu einem Zwischenfall: Durch die große Zahl der Zaungäste, meist Zigeuner entstand Chaos beim Abladen. Mit Begleitschutz der Polizei mussten die deutschen Helfer ins Hotel gebracht werden

Am nächsten Tag besuchte das Gerrom-Team den Kindergarten in Lipovat. Ein Lastwagen war für die dort betreuten Kinder und ihre Eltern bestimmt.

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„Die Kinder haben uns mit Brot und Salz in landestypischer Tracht begrüßt“, erinnert sich Silke Wagner. Bei 40 Grad im Schatten sangen sie für die deutschen Helfer Lieder, führten Tänze vor und sagten Gedichte auf. Silke Wagner verteilte an die Kinder Naschtüten. „Sie haben sich sehr gefreut“, berichtet sie.Viele Jungen und Mädchen seien vor lauter Aufregung nicht nach Hause gegangen, sondern hätten beim Abladen zugesehen. Lehrer, Schüler der angegliederten Schule sowie Dorfbewohner halfen dem Gerrom-Team bei Ausladen und Verteilen der Güter. Der Renner bei den Kindern waren die gespendeten Traktoren der Firma „Rolly toys“. Nachdem die Oberfranken das Fahrzeuge zusammen gebaut hatten, durften die Kinder gleich damit fahren. Von der Firma Hauck aus Sonnefeld hatte Gerrom zahlreiche Kinderwägen erhalten, die rumänische Mütter mit großer Freude in Empfang nahmen.

Erschüttert war das Gerrom Team über das Schicksal eines vierjährigen Mädchens, das im Kindergarten in Lipovat untergebracht ist. „Die Kleine hat fürchterliche Verbrennungen bei einem Hausbrand erlitten“, so Silke Wagner. Sie leide stark unter den Wunden. Kopf und Körper seien zur Hälfte mit Verbrennungen übersäht. Die Helfer wollen jetzt in Deutschland für dieses Kind Geld sammeln, damit eine Operation möglich wird. Nicht allen Familien konnten Fahrräder mitgebracht werden. Deshalb bittet die Vorsitzende hier um Spenden. Ferner werden Tische, Stühle sowie Kleinmöbel für den Kindergarten gesucht.

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Am letzten Tag in Rumänien stand eine Besuch im Kinderkrankenhaus St. Nicolae in Birlad auf dem Programm. Im vergangenen Jahr hatte das Gerrom-Team hierher einen Lastwagen mit Hilfsgütern gebracht.

Zum Abschluss der Fahrt dankte Gerrom-Vorsitzende Silke Wagner allen freiwilligen Helfern, die monatelang jeden Samstag im Gerrom-Lager standen und Wäsche sortierten sowie allen privaten Spendern und allen Firmen, die den Verein seit Jahren unterstützen.

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