Tagebuch vom 16. März 2002

Transport von GERROM
16. März bis 23. März 2002

– Samstag, 16. März
2.30 h Start in Haarbrücken, Einsammeln der Mitfahrer in Co, Rossach und Schney
gegen 11 h Grenze zu Österreich erreicht
gegen 15.30 h Grenze in Naglyak (Ungarn/Rumänien)
Übernachtung in Herrmannstadt/Sibiu ( heute sind nur noch 2% der Bevölkerung Deutsche, zu Chaucescos Zeiten waren es ca. 98%). Haben bei Hans übernachtet, er hat vor 10 Jahren seine Heimat verlassen. Sein Grundstück und Haus machen den Eindruck, als hätten sie es erst gestern verlassen.

– Sonntag, 17. März
Wir frühstücken bei Freunden von Hans. Gegen 10 h fahren wir nach Birlad los.
Zwischenstop in der METRO um Bananen zu kaufen.
Am Nachmittag sind wir in Birlad am Hotel angekommen. Alle haben schon auf uns gewartet. Ein großer Empfang, Maria und Mann, Kindergarten Direktorin u.Mann, Miky und noch viele mehr begrüßen uns vor dem Hotel.
Zum Abendessen sind wir in den Kiga eingeladen.

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– Montag, 18. März
LKW ist pünktlich da! Zoll macht Probleme. Eine Dame vom Gesundheitsamt wartet mit uns auf den Zoll im Krankenhaus, im Zimmer von Dr. Cozma.
LKW wird abgeladen, diesmal im Hinterhof vom KH. Zoll macht jedes zweite Paket auf. Da die Zollbeamten nicht fähig (zu faul) sind, die Zollpapiere zu lesen, werden wir mit Fragen zu einzelnen Produkten gelöchert. Zoll bekommt seine Schmierpakete und geht.
Bettina kümmert sich um die Babypakete, und ich versuche das Spielzimmer einzurichten. Der Raum ist eine Katastrophe. Gegenüber von dem Raum ist auch eine Art Spielzimmer für die Kinder. Dort lerne ich Helen kennen, eine Engländerin. Sie kämpft schon seit 7 Jahren in Rumänien für die Kinder. Helen hat ein Haus und betreut dort ca. 15 Kinder. Im KH lernt sie zwei rumänische Mädchen an. Sie selbst kümmerst sich noch um die Behinderten Kinder. Helen und

ich sind der Meinung, dass sich ein Spielzimmer an dieser Stelle, im 4. Stock, im letzten und kleinsten Zimmer nicht rentiert. Alle Sachen sind schneller weg als wir sie gebracht haben. Also werden alle Sachen aufgeteilt, das Sofa kommt in einen speziellen Therapieraum, die Stofftiere bekommen die Kinder, die Schränke kommen in ein Zimmer um dort Medikamente einzuschließen.
Im KH wird umgebaut, Kraft Foods, investiert sehr viel Geld für den Umbau. (Eine Abrissbirne wäre sinnvoller, um das KH neu aufzubauen.)
Die Kinder liegen teilweise in Holzbettchen. Alle sind schön angezogen. Es freut mich sehr, dass ich Dinge sehe, die wir beim letzen Transport gebracht haben.
Wir verteilen Naschsachen und Spielzeug an die Kinder. Muttis bekommen Gutscheine für Babypakete und Kinderwägen. ( Wir haben gelernt, dass wir auch Pakete für 1 und 2jährige Kinder packen müssen!)
Am Abend sind wir bei der Kiga-Direktorin zum Essen eingeladen.

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– Dienstag, 19. März
Es geht mir sehr schlecht, habe die ganze Nacht gebrochen, fahre aber trotzdem mit nach Bogest.
Bogest – die Hölle auf Erden für die Kinder- Auschwitz 2!
Die Kinder freuen sich sehr, als sie unser Auto sehen. Wie immer müssen sie sich in Reih und Glied aufstellen, bevor sie unsere Geschenke annehmen dürfen. Es gibt wieder für jedes Kind eine Naschtüte mit einem Plüschtier o. ä. und Bananen. Leider bekommen wir nicht mit, das die Kinder Anweisung bekommen haben, die Tüten nur zur Hälfte aufzuessen, und den Rest abzuliefern.
Große Freude haben die Kinder mit den Fußbällen, die wir ihnen mitgebracht haben. Ein Junge und ein Mädchen singen uns Lieder vor. Die Enttäuschung ist groß, als wir Bogest wieder verlassen.

Am Nachmittag genieße ich die Bettruhe mit meinem Kamillentee.
Die anderen besuchen den Markt in Birlad, und sind am Abend bei Maria zum Essen eingeladen.

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– Mittwoch, 20. März
Nach dem Frühstück im Hotel fahren wir voller Hoffnung zum Kiga, denn da soll unser 2. LKW stehen.
Von 9-16 h warten wir auf den LKW. Extra Leute vom Zoll kommen angereist.
Der LKW darf entladen werden, ein Raum in Kiga ist für die Landfamilien, und einer für die Kiga Familien. An diesen Tag glaube ich den Verstand zu verlieren. Die Zollbeamten machen jedes Paket auf und wühlen es durch. Für ein Landfamilienpaket haben wir in Deutschland mind. ½ h gepackt. Diese Schikane, die wir hier erleben mussten, ist unbeschreiblich!
Bis in die Nacht haben wir Pakete sortiert und zugeklebt!

– Donnerstag, 21. März
Ein riesen Andrang vor dem Kiga als wir ankommen. Die Landfamilien und Kiga-Familien sind schon alle da. Wir schaffen etwas Ordnung und es geht los. Jedes Kindergartenkind bekommt ein Wäschepaket und eine Naschtüte von uns.
Unsere Landfamilien sind fast alle da. Es freut mich/uns sehr, sie alle zu sehen. Ein Vater kommt mit seiner Tochter und hat genau die Jacke und Hose an, die ich ihm letztes Jahr eingepackt habe. Er ist sehr dankbar für all die Sachen. Alle Familien sind sehr dankbar und freuen sich sehr über ihre Pakete. Jede Familie bekommt 3 Pakete. ( 1x Nahrungsmittel, 1x Wäsche, 1x Decken, Vorhänge….)

Bettina und ich sprechen mit jeder Familie. Alle klagen darüber, dass sie keine Arbeit haben. Auch fehlt auf den Dörfern Strom und Wasser. Sorin macht ein Lehre als Schneider, er wünscht sich von uns eine Nähmaschine. Viele Familien wünschen sich auch ein Fahrrad, da es für sie das einzige Transportmittel ist.
Dieser Tag war deprimierend und zugleich auch wieder schön, denn an den Landfamilien kann man die Arbeit von GERROM als erfolgreich ansehen.
Viurica hat sich sehr viel Arbeit und Mühe gemacht, uns zu unterstützen. Auch ihr Sohn war sehr hilfreich, er hat die Kinder zum Bahnhof gefahren, die alleine gekommen sind.
Am Abend sitzen wir in unserem Stammlokal der Arkadi mit Viurica und Christina der Kinderkrankenschwester von Bogest.

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– Freitag, 22. März
Abfahrt nach dem Frühstück um 9.15 h.

– Samstag, 23. März
Ankunft in Haarbrücken gegen 16h

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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